10 Dinge, die ich gelernt habe

Never a failure always a lesson – dieser Spruch ziert seit über drei Jahren einen Teil meines Oberschenkels und ich glaube mehr daran als je zuvor. Wir versagen nicht in unserem Leben, wir lernen immer wieder dazu, jeden Tag. Es ist nicht immer einfach, aber es ist notwendig, damit wir uns immer wieder verändern, uns weiterentwickeln, stärker werden, über uns hinauswachsen. Zu dem Menschen werden, der wir in dieser Welt sein sollen. In den letzten Jahren, aber vor allem im letzten Jahr, hat sich vieles für mich verändert. Ich war nicht immer dieser Mensch, der ich heute bin. Ich war aggressiv, unausgeglichen, traurig, habe mich aus Kummer überfressen und wollte nichts mehr, als von jedem gemocht zu werden, obwohl ich es nicht einmal geschafft habe mich selbst zu mögen. Es gibt 10 Lektionen in meinem Leben, die mein Leben um 180 Grad gedreht haben – die bunte Farben und ein helles Licht in meine kleine Welt gebracht haben.

Und diese möchte ich hier mit euch teilen.

 

1. SELFLOVE IS THE GREATEST MEDICINE

Über ein dutzend mal habe ich den Spruch love yourself first gelesen und für gut befunden, bevor ich ihn wirklich verinnerlicht habe. Mich selber lieben ist arrogant, dachte ich viele Jahre lang. Dabei geht es nicht um Egoismus, es geht um Selbstachtung. Wie Louise L. Hay so schön sagt „If we really love ourselves, everything in our life works“. Es ist keine Schande, wenn wir stolz auf uns sind, uns so mögen wie wir sind. Ganz im Gegenteil – es ist absolut notwendig. In einer Welt in der es sowieso unmöglich ist allem gerecht zu werden, können wir uns kein größeres Geschenk machen, als uns selbst all die Liebe zu schenken die in uns wohnt. Die beste Übung dafür ist sich selbst im Spiegel anzusehen und ‚ich liebe dich‘ zu sagen. Jahre lang musste ich weinen, wenn ich vor dieser Aufgabe stand. Heute macht sich ein Gefühl von großer Freude in mir breit und ich muss lächeln, wenn ich mich ansehe. Das klingt vielleicht bescheuert, aber wer sich damit mal auseinandersetzt wird irgendwann wissen, wovon ich spreche.

2. MY BODY IS A TEMPLE NOT A TOMB

Seit es für mich irgendwie relevant wurde, wie mein Körper aussieht (ca. mit 12-13 Jahren) habe ich ihn bekämpft, weil ich mich zu „fett“ gefühlt habe. Manchmal habe ich ihn sogar abgrundtief gehasst und genauso habe ich ihn auch all die Jahre behandelt. Ich aß so ziemlich alles in mich rein und ärgerte mich noch darüber, warum es Leute gab, die auch alles aßen, aber keinen Gramm zunahmen. Heute bin ich dankbar dafür. Denn wäre mein Körper vielleicht immer schon so gewesen, wie ich ihn haben wollte, so hätte ich vielleicht nie mein Essverhalten überdacht. Mich nie mit dem Thema Ernährung beschäftigt und vielleicht wäre ich nie zu der Erkenntnis gelangt, dass der tote Leib eines Tieres nicht in meinen Körper gehört. Das Buch, welches mich vom Veganismus überzeugt hat, hat mir auch geholfen endlich meinen Körper zu lieben. Und dabei habe ich zu damals nicht unglaublich viel abgenommen, aber ich habe endlich gelernt mich so zu lieben wie ich jetzt grade bin – mit jedem Makel, den mein Körper hat und etwas besseres, etwas befreienderes hätte mir nicht passieren können.

3. TRUE BEAUTY SHINES FROM WITHIN

Für mich ist es so viel wichtiger geworden, mich damit zu beschäftigen wer ich bin, wie ich anderen Menschen begegne und dass ich der Welt in der ich lebe, etwas gutes tue. Make-up und teure Klamotten konnten nie mein mangelndes Selbstwertgefühl verdecken, so musste ich mich mit mir selbst beschäftigen und habe dadurch eine Kraft entfalten können, die so viel stärker ist, als die Anerkennung Anderer jemals sein kann. Manchmal wünschte ich mir, ich könnte der 12-jährigen Version meiner Selbst von dieser Erfahrung berichten und dieses kleine Mädchen davon abhalten sich den Kopf darüber zu zerbrechen, warum sie nicht von jedem gemocht wird. So hätte sie sich viel mehr mit ihrer eigenen Wahrheit beschäftigen können, als der Welt da draußen um jeden Preis gefallen zu wollen.

4. PAIN IS NECESSARY FOR SPIRITUAL GROWTH

Wer kennt sie nicht, diese Zeiten in denen irgendwie alles aus dem Ruder läuft. Eigentlich möchte man sich nur noch unter der Decke verkriechen und nie wieder auftauchen, denn etwas in unserem Leben ist anders gelaufen, als wir es uns gewünscht haben. Nun ist der Schmerz da und er möchte gespürt werden. All die Jahre habe ich meine Zeit damit verschwendet mich zu fragen, womit ich dies oder jenes verdient habe. Bis ich es endlich verstanden hatte: der Schmerz ist keine Bestrafung, er ist eine Chance. Er weist uns darauf hin, dass wird auf dem falschen Weg sind und gibt uns die Chance, unsere Wahl zu korrigieren und den richtigen Weg einzuschlagen.

5. WE GET WHAT WE REALLY BELIEVE IN

Kennt das nicht jeder, dass wir denken alle anderen bekommen etwas bestimmtes nur wir nicht, obwohl wir es unbedingt wollen und irgendwie behandelt uns das Leben doch unfair? So habe ich mich mit 18 gefragt warum alle meine Freundinnen einen Freund haben, aber ich nicht. Warum andere in meinem Alter schon eine eigene Wohnung haben, aber ich nicht. Warum mein kleinerer Bruder das neuste iPhone hat, aber ich nicht. Warum andere 50.000 Follower auf Instagram haben, aber ich nicht. Warum andere die Welt bereisen, aber ich nicht. Die Antwort ist ganz einfach, so verwirrend sie auch klingt: weil ich diese Dinge nicht wirklich will. Weil diese Wünsche nicht wirklich meine sind. Wenn wir uns etwas wirklich mit ganzer Überzeugung wünschen und haben möchten, dann werden wir so handeln, dass wir diese Dinge auch bekommen. Wenn wir also immer noch keine Millionäre sind, obwohl wir so gerne reich wären, sollten wir uns mal überlegen ob wir das denn wirklich so sehr wollen? Und wenn wir immer noch keinen Partner haben, obwohl wir uns angeblich nichts sehnlicher wünschen, dann sollten wir mal tief in uns horchen und vielleicht werden wir feststellen, dass wir dafür noch garnicht bereit sind. Ich weiß, dass es viele Bücher über die Kraft der Gedanken gibt und obwohl ich noch keins davon gelesen habe, weiß ich wenn ich mein eigenes Leben betrachte und in mich gehe, wie wahr diese Theorie ist.

6. CREATIVITY IS THE KEY TO A FULFILLED LIFE

Meine neueste Erkenntnis – Kreativität macht das Leben erst vollkommen. Ich weiß nicht ob es allen so geht, aber bei mir ist es auf jeden Fall zutreffend. In jungen Jahren habe ich gemalt, gebastelt, hatte Ideen, Träume, Wünsche. Mit zunehmendem Alter hat mir die Realität all jenes genommen. Vor etwa 2 Jahren hab ich angefangen mich hinzusetzen und Mandalas auszumalen, was entspannend wirken sollte, aber das hat mich eher wütend gemacht, weil ich zu ungeduldig bin. Ich bin halt einfach nicht kreativ, dachte ich mir. Doch das stimmte so nicht. Ich hatte bloß meine Art der Kreativität, meinen Ausgleich noch nicht gefunden. Heute weiß ich, dass das Fotografieren, Bilder bearbeiten & das Schreiben meine Form der Kreativität sind – das sind die Dinge, die mich abseits des alltäglichen Lebens glücklich machen.

7. HATE IS POISON TO MY SOUL

Es gab Zeiten in denen ich das Wort hassen benutzt habe, um auszudrücken, dass ich etwas nicht mag oder nicht für gut befinde. Doch Hassen ist so ein böses Wort und es vergiftet unsere Seelen. Wenn wir einen Zustand hassen, dann sollten wir uns überlegen warum und zusehen, dass wir es ändern. Wenn wir andere Menschen hassen, dann schaden wir nicht diesen Menschen, sondern nur uns selbst. Es ist okay, wenn wir nicht alles und jeden in dieser Welt mögen, wie soll das auch funktionieren, wenn wir alle so unterschiedlich sind. Aber wer hasst, dessen Problem sind nicht die anderen. Wer hasst, der hat ein Problem mit sich selbst. Auch in meinem Leben gibt es immer noch Menschen die mich wütend machen, Sachen die mich verletzen, aber ich weiß, dass ich mit Hass nur mir selbst schade und viel zu viel Energie aufbringe für etwas, dass mich sowieso nicht weiterbringt. Hier heißt es zu verzeihen. Damit ist nicht gemeint, dass ich der Person gegenüberstehe und sage ‚Ich verzeihe dir‘, aber in unseren Gedanken können wir das tun. Wir können Menschen verzeihen, um uns selbst von dieser Last zu befreien.

8. PEOPLE WHO DONT FIT IN YOUR LIFE ARENT ALWAYS BAD

Im Laufe meiner Jugend habe ich immer wieder Menschen aus meinem Leben aussortiert, weil ich erkannt habe, dass sie nicht gut für mich sind. Im Unterschied zu damals habe ich heute etwas wichtiges gelernt: wenn Menschen nicht oder nicht mehr in unser Leben passen heißt es nicht, dass sie schlecht sind. Das heißt auch nicht, dass wir schlecht sind. Es heißt bloß, dass unsere Wege in andere Richtungen verlaufen und vielleicht war es so vorherbestimmt, dass wir einander für eine Weile begleiten, aber das eben nur für eine begrenzte Zeit. Es gibt ja diesen Spruch: Jeder Mensch ist ein Test, eine Strafe oder ein Geschenk. Ich glaube, dass jeder Mensch in unserem Leben ein Geschenk ist. Die Menschen die positives in unser Leben bringen, machen alles schöner und lebenswerter, sie sind unsere Freunde, Seelenverwandte, Partner oder Teil unserer Familie. Die Menschen hingegen, die negatives in unser Leben bringen, sind doch die, die uns am meisten verändern. Sie schmettern uns nieder, sie bringen uns Schmerz, aber wenn wir erst einmal wieder aufgestanden sind, sind wir stärker, schöner, strahlender und wunderbarer als je zuvor.

9. BOOKS CAN BE OUR BEST TEACHERS

Vor allem in der Schulzeit habe ich Bücher eher als lästig empfunden, obwohl ich als Kind wirklich gerne gelesen habe. Das lag vermutlich daran, dass Bücher zu dieser Zeit als uncool galten. Jetzt liebe ich Bücher und kann garnicht genug davon haben. Ein Buch ist wie eine Lektion übers Leben, die dich jemand anderes lehrt, der schon an einen Punkt gekommen ist, an den du erst noch hinkommst. Jemand der seine Erfahrungen mit dir teilt. Ein Freund, der zu dir spricht und dir in schlechten Zeiten hilft. Denn jeder der selbst öfter mal auf Büchersuche geht weiß, dass wir uns immer die Bücher raus picken, die uns Antworten auf die Fragen geben, die uns derzeit beschäftigen.

10. IF YOU WANT TO BE HAPPY BE THANKFUL AND LET GO

Das war meine schwierigste Lektion und auch immer noch fällt es mir nicht leicht. Aber es fällt mir so viel leichter als noch vor einigen Jahren. Ich habe gelernt, dass ich loslassen muss von schönen Momenten, Menschen die gutes in mein Leben gebracht haben, von Lebenssituationen die ich nicht aufgeben möchte, weil es nun Zeit ist weiterzugehen. Das Leben ist nunmal vergänglich und jede Zeit ist begrenzt. Es tut weh loszulassen und sich wirklich auf die Gegenwart einzulassen, aber wer wirklich glücklich sein möchte, kommt nicht drum rum. Dankbarkeit ist dabei eine große Hilfe. Anstatt Vergangenem hinterherzutrauern, sollten wir dankbar sein, dass es gewesen ist, dass wir diese und jene Erfahrung machen durften. Sowieso sollten wir dankbar sein, für alles was wir haben und sind. Dankbar sein, dass wir leben.

 

 

P.S. Jeder Mensch ist unterschiedlich und jeder lernt etwas anderes in seinem Leben oder muss etwas anderes lernen. Ich möchte mir auch garnicht herausnehmen zu entscheiden, was richtig und was falsch ist, aber mir selbst hilft es oft über Erfahrungen anderer Menschen zu lesen, so fühle ich mich weniger allein. Und das ist es, was ich auch anderen Menschen mit diesem Beitrag geben möchte. Ganz viel Liebe an euch da draußen!!

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