Be the change you want to see in the world – Mahatma Gandhi

 

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt“ – ganz nach dem Motto lebe ich meinen veganen Lebensstil. Denn schon kurz nachdem ich das Buch Peace Food gelesen hatte und der festen Überzeugung war, ich müsse jeden aufklären und davon abhalten Fleisch zu essen, wurde mir schon bald gezeigt, dass ich damit eher nur das Gegenteil bezwecke. Die Menschen in meiner Umgebung haben sich angegriffen gefühlt und Diskussionen mit mir geführt, nach denen ich mich letztendlich schlecht gefühlt habe, was ja nun auch nicht die Lösung des Ganzen sein sollte.

Also beschloss ich, da ich die Welt sowieso nicht verändern könnte, wenigstens meinen Teil dazu beizutragen und mich selbst in dieser Hinsicht bestmöglich zu verändern. Denn schließlich habe ich auch mal Fleisch gegessen und ich glaube nicht, dass mich jemand, es sei denn er hätte mir dieses Buch vorgelegt, so leicht davon hätte abbringen können. Denn wieso sollte man etwas hinterfragen, was sein ganzes Leben lang als sogenannte NORM galt? Und genau diese Dinge die in unserem Leben hier als unaufgeschriebene Regeln nach denen man sich verhalten soll gefestigt sind, weil man sie halt eben so macht in unserer Geselschaft, bzw. sogar machen muss, die hinterfrage ich zurzeit tagtäglich und befinde mich in einem Prozess, in dem ich anstrebe, mich von ihnen zu lösen, zumindest von all denen, die mit mir und meinen Träumen für meine Vorstellung von meinem Leben und wie es sein soll, nicht übereinstimmen. Aber das ist jetzt erstmal noch ein anderes Thema, auch wenn all das irgendwo aufeinander aufbaut, habe ich dazu so viel zu sagen, dass wir hier zu sehr vom eigentlichen Thema abkommen würden.

Seit ich das Buch gelesen habe war es für mich – wie gesagt – klar, dass ich kein Fleisch mehr essen werde und zudem in Zukunft auch auf Milch- und Eiprodukte verzichten will. Mein Leben hat sich seitdem stark verändert. Ich war schon immer jemand, der sehr gerne gegessen hat. Leider auch jemand, der oft alles in sich reingestopft hat um Unzufriedenheit und Langeweile zu beseitigen. Dadurch hatte ich oft starke Bauchschmerzen, immer Pickel (wenn auch nur kleine) und allgemein ein unwohles Körpergefühl.

Nachdem ich nun kein Fleisch mehr gegessen habe und wieder auf Soja Produkte umgestiegen bin (meine Mutter hat als wir klein waren sehr stark darauf geachtet und Soja Produkte gekauft, daher war die Umstellung in diese Richtung eher ein Auffrischen der Kindheitsererinnerungen, als eine große Herausforderung. Danke dafür, Mama) wurde das Einkaufen von der großen Überforderung aufgrund des großen Produktangebots zu einer interessanten Entdeckungsreise. Früher war das erste was ich dachte, wenn ich einen Supermarkt betreten habe „Oh man, ich habe garnicht so viel Geld um all die Sachen zu kaufen, die ich jetzt brauche“ denn durch interessante Verpackungen und stark reduzierte Angebote hatte man das Gefühl, man müsse zuschlagen und möglichst viel mitnehmen. Genau das soll ja auch bezweckt werden, dass der Verbraucher möglichst viel kauft (wovon er sowieso die Hälfte wegschmeißt) und dass so viel Fleisch und auch von den anderen Lebensmittel so viel wie möglich für so wenig Geld wie möglich angeboten wird, denn das möchte der Verbraucher so – am besten ALLES für kleines Geld – geizig und gierig. Und das alles auf Kosten der Tiere .. Aber auch dazu werde ich einen extra Post verfassen, denn dieses Thema ist mir einfach viel zu wichtig um es einfach nur so anzuschneiden.

Jedenfalls, wenn ich jetzt in einen Supermarkt gehe, dann denke ich „mal schauen welche veganen Produkte und exotischen Obstsorten dieser Supermarkt anbietet“ – denn für wirklich leckere Wassermelonen, Papayas und veganen Käse, muss ich bis in die benachbarte Stadt fahren. Aber ich will nicht meckern, denn ich bin froh, dass es überhaupt schon immer mehr solcher Produkte wie veganen Käse/vegane Mortadella gibt und das auch schon große Fleisch produzierende Konzerne vegetarische/vegane Produkte rausbringen und ich habe Hoffnung, dass sich dies immer mehr verbreitet. Es ist so angenehm, wenn man erstmal an 6 Regalen im Supermarkt vorbeimarschieren kann und dann an einem Regal die Möglichkeit hat sich zwischen 2 Produkten, an stelle von 23 Produkten, zu entscheiden. Diese Gier, man müsse alles kaufen, um zufrieden zu sein, ist damit komplett erloschen. Und das hat mich persönlich wirklich sehr befreit. Denn auch wenn ich mit Freunden etwas essen gehe, und diese Stunden lang in die Karte starren und sich zwischen 20 Gerichten für keins entscheiden können, (nicht böse gemeint, ich hab euch lieb und gehe gerne mit euch essen haha) kommt für mich meist sowieso nur eins in Frage und damit ist die Auswahl automatisch getroffen, wie toll! Natürlich ist das auch mal blöd, wenn man vielleicht genau darauf grade keinen Hunger hat, aber dann kann man immer noch nachfragen wie die Gerichte zubereitet werden und ob man diese dann einfach fleischlos erhalten kann. Bis jetzt habe ich Restaurants dahingehend immer zuvorkommend erlebt.

 

Ich kann jedem nur ans Herz legen, sich etwas mit dem Thema zu beschäftigen um den Teil seiner Verantwortung in dieser Welt zu erfüllen. Vielleicht hat der ein oder andere ja sogar mal Lust das Buch Peace Food zu lesen. Ich finde man kann dann immer noch sagen, dass das alles quatsch sei, einem das Befinden der Tiere egal ist, man die Haltung der Tiere auch schlimm findet, aber eben nicht aufhören kann Fleisch zu essen, weil der Mensch eben Fleisch isst.

Ich für meinen Teil freue mich einfach, wenn ich nun Tiere auf Wiesen sehe und weiß, dass diese nicht sterben müssen, damit ich leben kann. Für mich sterben sie nicht. Und mit dieser Tatsache fühle ich mich so gut!

 

Ich bin übrigens auch ein Feind von Sprüchen wie „das darf man als veganer nicht“ oder „ich darf das nicht essen“ denn ich finde jeder sollte seinen eigenen Weg mit dem Thema finden. Wie er am besten damit leben kann und will. Man sollte aus dem Herzen sagen „Nein, das esse ich nicht oder das möchte ich nicht essen“. Für mich waren der Verzicht auf Ei und Fleisch absolut kein Thema. Und auch mit der Milch gestaltete es sich nicht besonders schwierig, da ich diese sowieso noch nie vertragen habe . Aber wenn ich an einem heißen Sommertag Lust auf ein Eis habe, dann esse ich eins! Das kommt nicht häufig vor, aber das habe ich mir offen gehalten. Denn für mich war von Anfang an wichtig, dass ich es aus Überzeugung tue um mein ganzes Leben lang mit dieser Einstellung glücklich leben zu können und damit vielen Tieren das Leben zu retten. Denn sieht man das ganze als Diät an, so ist dies mit Disziplin verbunden, die man durchbrechen könnte und ja dann hat das auch keinem weitergeholfen ..

Zu guter letzt möchte ich den Vegetariern und Veganern unter uns nochmal ans Herz legen, die Mitmenschen nicht krampfhaft davon überzeugen zu wollen, dass Fleisch essen falsch ist. Denn es wird dazu führen, dass sie es erst recht essen, weil sie sich dadurch angegriffen fühlen und deine Ansicht nicht verstehen können, vielleicht auch nicht wollen. Vielleicht haben sie auch Angst davor, etwas Gewohntes abzulegen.

Jedenfalls hilft es nicht weiter sie mit Argumenten zu überschütten. Wer für das Thema offen ist, der wird schon selbst interessiert auf dich zukommen. So habe ich meiner Mutter und der Mutter einer Freundin selbstredend mein Buch weitergegeben , welches beiden zu einem veganen bzw. vegetarischen Leben verholfen hat. Das war mein persönlicher Erfolg und hat weit mehr gebracht als aufbrausende Diskussionen, in denen ich den Menschen unter Wut klar machen wollte, dass Fleisch essen falsch ist.

Das war meine Geschichte wie mein Leben zu einem veganen Leben geworden ist. Was ist deine?

 

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